Worst Case: Avril Lavigne

Die Philipshalle war ausverkauft, das Wetter gut, die Stimmung vor dem Konzert trotz langer Warteschlangen heiter, hier und da wurde sogar gesungen. Wie es das Tour-Management trotzdem schaffte, dass Tausende von Kids ziemlich sauer den oft langen Heimweg antraten, ist schnell erklärt. Avril sang schön, aber viel zu kurz. Nicht einmal eine volle Stunde konnten ihre jungen Fans samt elterlichen Begleitschutzes die quirlige Kanadierin ihr Eigen nennen. Inklusive Zugaben, versteht sich.

Das offizielle “Ende” des Konzertchens wurde von den Fans noch nicht einmal als solches erkannt. Wie auch? Nach knapp 50 Minuten rechnet wohl niemand ernsthaft damit, dass Schluss sein könnte. Keine Zugabe-Rufe. Eher irritiertes Schweigen. Manche dachten an einen Stromausfall, manche an eine Umkleidepause. Dass das nun folgende Stück bereits die Zugabe sein sollte, wurde den entsetzten Anwesenden erst deutlich, als knapp 10 Minuten später gnadenlos das Licht anging.

Traurige Augen in Hüfthöhe. Gelegentliches Schluchzen und Fluchen. Dazwischen vorwitzige Eltern in ausgewaschenen AC/DC Shirts: “Das hätte sich Manfred Mann damals ´mal trauen sollen. Den hätten wir von der Bühne geholt”. Nicht aber die Avril Fangemeinde. Sie geht gesenkten Hauptes schweigend heim. Kaum ein Pfiff, wenige Buhrufe.

Fans und Eltern waren traurig. Aber was soll´s – das Geld war ja in der Kasse. Doch damit nicht genug. Das geschäftstüchtige Management hat bereits ein eigenes Avril Parfüm und eine Modelinie angekündigt.

Nun, dem Absatz weiterer Merchandise-Produkte wird dieses Konzert sicher nicht geholfen haben. Schon am Abend blieben etliche Shirts, Poster und CDs auf den Tischen liegen. Auch Karten für das nächste Konzert werden im Raum Düsseldorf wohl einen Hauch schwerer zu verkaufen sein. Und auch in München. Und in Mannheim.

Und das alles nur, weil vielleicht fünf Liedchen zu wenig gespielt wurden. Fünf. Warum auch immer. Knapp daneben ist eben auch vorbei.


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1 Antwort zu “Worst Case: Avril Lavigne”

  1. Saskia 01. Jul, 2008 bei 14:49 #

    Ich war auch in Düsseldorf und fand es voll blöd, dass sie nur eine Stunde gesungen hat. Sie hat viele bekannte Lieder gar nicht gespielt. Die Karte hat 43 Euro gekostet. Die Zugabe bestand fast nur aus Tänzern.

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