Archiv für November, 2008
Entgegen aller Unkenrufe scheint der Kinder-TV-Markt von der allgegenwärtigen Krise wenig zu spüren. So freut sich Branchenprimus Super RTL nach eigenem Bekunden schon jetzt über ein Rekordjahr. Um sechs bis zehn Prozent werde der Gewinn steigen, verkündete unlängst Super RTL-Geschäftsführer Claude Schmit. Im November seien erstmals alle Werbeflächen ausgebucht und auch für den Dezember scheinen die Kölner guter Dinge. Doch woher rührt der Erfolg des Senders, der sich seit nunmehr 10 Jahren Marktführer nennen kann?
Man könnte fast meinen, die ARD leide unter Altersstarrsinn: Trotz eines desaströsen Starts im Sommer diesen Jahres werden Sarah Kuttner zwei weiterere Folgen ihrer “Kleinanzeigen” zugebilligt. Lediglich 600.000 bis 750.000 Nachteulen wollten das öffentlich-rechtliche Debut der Ex-VIVA Moderatorin sehen. In der favorisierten, jungen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag die Quote sogar bei katastrophalen 190.000 Zuschauern. Ungeachtet des grandiosen Fehlstarts bleibt selbst der wenig jugendfreundliche Sendeplatz erhalten. Ausgestrahlt wird konsequent Sonntags um 23.35 Uhr. Aus Fehlern wird man klug. Oder eben nicht. Gibt es eigentlich auch einen “Bund der GEZ-Zahler”, der die Verschwendung von Gebührengeldern anprangert? Zeit wird´s …
Gute Neuigkeiten für verweifelte Eltern. Das stundenlange “rumhängen” unserer Kids in Social Networks ist eine äußerst sinnvolle Beschäftigung, glaubt man einer neuen US-Studie der MacArthur Foundation. “Es sieht auf den ersten Blick so aus, als verschwenden unsere Kids viel Zeit in neuen Medien wie in MySpace oder beim versenden von Instant Messages.”, sagt Mizuko Ito, Lead Researcher der Studie Living and Learning With New Media. “Aber ihre Beteiligung dort verleiht ihnen technologische Fähigkeiten und Kompetenzen, welche sie benötigen, um in der heutigen Zeit erfolgreich zu sein. So lernen sie, miteinader auszukommen, eine öffentliche Identität zu pflegen oder auch Homepages zu erstellen.”
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Das Medium Fernsehen wird unter Jugendlichen zunehmend vom PC verdrängt. Das ist nichts wirklich Neues. Interessant ist allerdings, dass selbst klassische Fernsehformate von Jugendlichen zunehmend lieber im Internet konsumiert werden, als vor der Mattscheibe. Die Mehrzahl der Jugendlichen sehen bereits im Internet fern, berichtet eine repräsentative Umfrage des Bielefelder Institutes TNS Emnid, die im Auftrag der Zeitschrift “Tomorrow” erstellt wurde
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Im Jugendmarketing begegnet man ihr ständig: Der sagenumwobenen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Wir haben uns mit ihr arrangiert. Gezwungenermaßen. Reichweitenanalysen von Magazinen, Webseiten oder TV-Formaten weisen sie als “werberelevant” aus. Sie ist das Objekt der Begierde. Sie müssen wir jagen. Doch langsam mehren sich Zweifel am Sinn dieser Gruppierung. Nicht nur bei mir.
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