Blogs bei Jugendlichen kaum verbreitet

Bloggen? Was ist das? Gerade diese Frage hätte man Jugendlichen am wenigsten zugetraut. Trotzdem: Rund 40 Prozent unter den jungen Probanden der unlängst veröffentlichen Spickmich-Befragung hatten keine Ahnung, was ein Blog ist, so berichtet bigtrends. Andererseits geben ca. 10 Prozent an, selbst ein eigenes Blog zu führen. Doch an dieser Zahl sind Zweifel erlaubt.

Wie an dieser Stelle bereits zitiert, befragte Spickmich unlängst 8.132 Jugendliche in einer nicht repräsentativen Studie nach ihrem Surfverhalten im Internet. Nachdem bereits unsanft die Mythen zerstört wurden, Jugendliche würden Podcasts oder Social Bookmarks nutzen, geht es nun dem Blog an den Kragen.

Ernüchternd ist, dass rund 39 Prozent der Befragten (3.153 Kids) nicht einmal wissen, was dieser Begriff bedeutet. 36 Prozent (2.926) kennen Blogs zwar, interessieren sich aber nicht dafür. 15 Prozent (1.260) haben es einmal ausprobiert und lediglich ca. 10 Prozent (793) geben an, noch immer regelmäßig zu bloggen.

Da jedoch eine so große Unkenntnis um die Begrifflichkeit des Blogs herrscht, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die selbsternannten Blogger überhaupt wissen, was sie tun. Auch in unter Jugendlichen sehr verbreiteten Social Networks wie SchülerVZ oder myspace besteht die Möglichkeit, selbst verfasste Beiträge zu veröffentlichen. Ist das dann schon ein Blog? Oder gehört per Definition eine Regelmäßigkeit, ein Themenschwerpunkt oder gar eine Plattform wie WordPress oder Blogger dazu? Die Übergänge sind fließend. Es bleibt jedoch anzunehmen, dass etliche der Befragten Kids wohl meinen, sie würden ein Blog betreiben, sich aber eher in Gästebüchern oder Foren tummeln. So liegt, je nach Definition, die Quote der wirklichen Blogger unter Jugendlichen wohl weitaus unter 10 Prozent.


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7 Antworten zu “Blogs bei Jugendlichen kaum verbreitet”

  1. Puh 30. Mrz, 2009 bei 07:20 #

    Eine Umfrage bezüglich der Nutzung des Internets im Internet kann doch niemals repräsentativ sein.

    Wer oder was ist überhaupt Spickmich und warum sollen gerade deren Umfragen representativ sein?

    Das ist ja ein Witz!

  2. Dirk 30. Mrz, 2009 bei 08:10 #

    Hi Puh, natürlich ist die Studie nicht repräsentativ, deshalb hab ich es ja auch explizit angemerkt. ” … befragte Spickmich unlängst 8.132 Jugendliche in einer nicht repräsentativen Studie … “. Spickmich ist eine recht populäre Schüler-Plattform. Auch ohne den Anspruch der Allgemeingültigkeit meine ich, dass diese Ergebnisse interessant und teilweise auch überraschend sind.

    Viele Grüße
    Dirk

  3. Alex 30. Mrz, 2009 bei 08:59 #

    Manchmal wünsche ich mir wirklich, daß nicht jeder meint, sagen zu können, was repräsentativ ist und was nicht, obwohl das Grundwissen fehlt!

    Wieso kann so eine Umfrage “niemals repräsentativ” sein? Bitte informieren, was Repräsentativität bedeutet! Das ist nichts als ein statistisches Kriterium und heißt verkürzt gesagt nichts anderes, als daß jedes Mitglied der Grundgesamtheit die gleiche Chance hat, in der Stichprobe zu landen. Und da die Grundgesamtheit nun mal die Menge aller im Internet aktiven Jugendlichen ist, kann bei richtiger Stichprobenziehung “eine Umfrage bezüglich der Nutzung des Internets im Internet” selbstverständlich repräsentativ sein!

  4. catha 13. Aug, 2009 bei 14:28 #

    Aha.
    Interessant.
    Nie von spickmich gehört.

  5. tobiasblogt 05. Apr, 2011 bei 17:33 #

    Ich bin auch ein Jugendlicher, der bloggt.

  6. Stefan 06. Jul, 2011 bei 21:21 #

    Ich finde solche Umfragen auch immer wieder interessant aber bin trotzdem fest davon überzeugt das sie nicht repräsentativ sind. Es wurden einfach viel zu wenig User gefragt. Ob jemand Bloggt oder nicht dürfte wohl viel mehr an den persönlichen Interessen liegen als am Alter der Person.

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  1. ROXXO | US-Jugendstudie: <br>Twitter und Blogs sind out - Facebook ist in! | Blogs, facebook, social networks, twitter - 08. Feb, 2010

    [...] richtig war die deutsche Jugend dem Bloggen ja seit jeher nicht verfallen. Zumindest in den USA begeisterten sich 2006 noch 28 Prozent der [...]

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